
STERNENKINDER
Die wichtigsten Bilder, die ich machen kann
STERNENKIND-FOTOGRAFIE
Kurz nachdem ich im November 2022 in meine Selbstständigkeit als Fotografin gestartet bin, bin ich auf eine Anzeige der Stiftung Dein Sternenkind gestoßen. Es wurden Fotografinnen und Fotografen gesucht, um Eltern die ersten und letzten Bilder ihrer Kinder zu ermöglichen. Kinder, die den Sprung ins Leben nicht geschafft haben. Und ohne lange zu überlegen, habe ich mich beworben.
Einige Jahre zuvor hatte ich schon mal davon gehört, dachte da, dass ich noch nicht gut genug fotografiere. Jetzt war ich mir sicher: ich will das machen! Ich will den Eltern etwas erschaffen, was ihnen die Erinnerung an ihr Kind erhält, etwas, was dessen Existenz beweist. So viele werden diese Kinder nie sehen. Oft nicht mal die Geschwister oder Großeltern. Ja, manche Eltern sind nach dem Tod ihres Kindes so geschockt oder traumatisiert, dass sie nicht die Kraft haben, es sich selbst anzuschauen.
Und dafür gibt es dann Fotos. Fotos, die sie sich jederzeit, auch noch in vielen Jahren, anschauen können. Fotos, die dokumentiert haben, wie ihr Baby kurz nach der Geburt aussah. Fotos, die Details, wie Ohren, Haare, Finger und Füße, aber auch das Gesicht und den kompletten Körper festhalten.
Es ging und geht mir bei der Fotografie nicht darum, möglichst viel Geld damit zu verdienen, sondern sinnvolle und wichtige Momente, Lebensphasen, Ereignise und Emotionen festzuhalten. Das habe ich auch in der Sternenkindfotografie für mich gefunden, welche aus meiner Sicht genauso in die Familiefotografie reingehört wie Newborn-Fotoshootings.
Auch, wenn ich mit diesen Bildern kein Geld verdiene, kommt es schon mal vor, dass ich bezahlte Fototermine verschiebe. Jedes Sternenkind zeigt mir, wie unfassbar wichtig die Alltagsmomente mit meiner eigenen Familie sind und lassen mich in schwierigen Situationen viel gelassener werden.
Selbst musste ich den Verlust eines eigenen Kindes nie durchmachen, hatte es dennoch schon einige Male im Freundes- und Bekanntenkreis miterlebt. Allerdings war das fast immer hinter vorgehaltener Hand. Es sollte niemand sonst wissen. Denn darüber „spricht man nicht“.
Außerdem möchte ich mit den Bildern dazu beitragen, dass diese Kinder in unserer Gesellschaft einen Platz bekommen, damit Eltern ohne Kinder an der Hand auch als Eltern anerkannt werden. Damit sie sich in ihrer Trauer nicht allein fühlen müssen und das Tabu über den Tod von Kindern endlich gebrochen wird. Denn es passiert leider JEDEN Tag.
Die Bilder sind für einige wenige Menschen unfassbar wertvoll. Sie sind neben wenigen Erinnerungsstücken wie Stoffherzchen, Kuscheltieren und Fußabdrücken, das Einzige, was ihnen von ihren Kindern bleibt. Diese Bilder können nicht wiederholt werden: es gibt nur diese eine Chance dafür. Und wenn mich jemand fragt: „Warum machst Du Sternenkindfotografie? Wie schaffst Du das?“, dann fühle ich einfach jedes Mal:
ES SIND DIE WICHTIGSTEN BILDER, DIE ICH MACHEN ΚΑΝΝ.
Meine Sternenkind-Einsätze
* Mia Sophie * Mila * Sternchen * Hannes * Marta * Malik * Sternchen * Isabella * Henri * Aaron * Ina * Ida * Emilia * Emily * Sternchen * Olivia * Alvarr * Nuri Aurora * Giray * Angel * Matilda * Eymen * Clara * Thea * Tommy * Lotte * Ella * Ella * Colin * Hakim * Sara * Ibrahim * Rosalie * Maya * Louis * Sternchen * Emma Lou * Rayan Eliah * Titus * Mechthild * Noah * Matilda-Clara * Jaro * Melek * Lina * Rosalie * Jolina-Hope * Helena * Sternchen * Sternchen * Wim * Sternchen * STernchen * Madleen * Amelie * Anton * Tayo * Sternchen * Mailys Kaena* Helin * Kayra * Luna* Amaya * Matti * Immanuel * Jesaja * Maria * Leo * Bubu * Sternchen * Liorah * STERNCHEN * Milo * Pauline * Tilda * Sternchen * Ruby * Pepe *
DANKESCHÖN…
…an die Eltern der folgenden Kinder für ihr Vertrauen und ihre Freigabe. Dafür, dass ich ihre Kinder kennenlernen darf, die oft nicht mal engste Familienmitglieder kennenlernen können. Dafür, dass ich meine Arbeit am Beispiel ihrer Kinder zeigen darf. Dafür, dass ich ihre Kinder sichtbar machen darf. Dafür, dass ich sie begleiten durfte und ihre Geschichte teilen darf. Dafür, dass sie dazu beitragen, dass über Sternenkinder gesprochen wird. Dafür, dass andere Eltern anhand ihrer Geschichte lernen, dass sie nicht allein sind.
Mia Sofie
Einen Tag zuvor hatte ich erst meinen Fotografinnen-Ausweis bei Dein Sternenkind erhalten, als der Alarm auf meinem Handy ertönte für ein Sternenkind in meiner Nähe. Mein erster Einsatz. Was war ich aufgeregt. Hatte nicht gedacht, dass es so schnell gehen würde. Aber ich war bereit.
Was war ich nervös auf dem Weg ins Krankenhaus. Wie gehe ich mit den Eltern um? Was sage ich überhaupt? Wie wird das Kind aussehen? Und was wird es mit mir machen, zum ersten Mal ein totes Baby zu sehen? Und vor allem: Werden meine Bilder den Eltern zumindest ein bisschen Trost spenden können?
Im Kreißsaal angekommen, wurde mir mitgeteilt, dass die Eltern nicht bei den Bilder dabei sein möchten. Das war für mich im ersten Moment etwas erleichternd. Andererseits hätte ich Mia Sofie gerne auch in den Armen ihrer Eltern fotografiert.
In der 37. Schwangerschaftswoche ist die kleine, wunderschöne Mia Sofie im Bauch ihrer Mama gestorben. Durch einen Knoten in der Nabelschnur, der sich kurz vor Ende der Schwangerschaft immer weiter zuzog, wurde Mia Sofie nicht mehr versorgt. Ein unfassbar tragisches Schicksal, was niemand hatte kommen sehen.
Aaron
Als ich an diesem Sonntagmorgen das erste Mal auf mein Handy schaute, fiel mir der rote Sternenkind-Alarm direkt ins Auge und als ich dann sah, dass dieses Kind in meiner Nähe ist, nahm ich ohne zu überlegen diesen Einsatz an.
Im Krankenhaus angekommen, wurde ich direkt zu den Eltern aufs Zimmer gebracht und da nahm mich Danny ganz herzlich und dankbar in Empfang. Er und seine Partnerin Sylwia haben bereits auf mich gewartet. Sie sind die Eltern von Aaron. Einem wunderschönen Sternenkind.
Aaron ist leider bereits in der 19. Schwangerschaftswoche geboren und hatte somit keine Überlebenschance. Also habe ich Aaron fotografiert und seine Existenz bestmöglich versucht mit Bildern zu dokumentieren, um den Eltern eine wertvolle Erinnerung an ihr Kind zu schaffen
Nach so einem Einsatz setze ich mich ziemlich schnell an die Bildbearbeitung, auch weil ich in diesem Fall direkt mitbekommen habe, wie wichtig die Bilder für die Eltern sind. Kurz nach der Bildübergabe fragte mich dann Danny, der Papa, wie das mit der Veröffentlichung läuft und dass sie sich darüber sehr freuen würden.
Daher darf ich einen kleinen Einblick in den Abschied von Aaron, einem Kind, was von seinen liebevollen Eltern für immer schmerzlich vermisst wird, teilen.
Ina
Mein 11. absolut unvergesslicher Einsatz als Fotografin war dieser hier. Der Alarm auf meinem Handy ertönte am 1. Februar 2023 gegen 16:00 Uhr. Ein Einsatz in Marburg. Also schaute ich im DSK-Forum nach, um mehr Informationen zu dem Einsatz zu erhalten und mich als Fotografin dafür zu melden. Die Mama hat den gleichen Vornamen wie ich. Das Kind wurde morgens geboren. 37.-40. Schwangerschaftswoche soll sie gewesen sein. Sie wussten es nicht genau.
Gegen 19:30 Uhr war ich dann im Kreißsaal auf dem Weg zu Mutter und Kind. Dort angekommen, kamen wir direkt ins Gespräch. Sie hat nicht nur den gleichen Namen wie ich, sondern wohnt auch in der gleichen Gemeinde. Was ein Zufall.
Dann berichtete sie von ihren Erlebnissen des Tages. Sie hatte am Morgen ganz schlimme Bauchschmerzen und rief einen Krankenwagen. Darin kam dann, während das Fahrzeug noch vor ihrer Haustür stand, die kleine Ina zur Welt. Sie wusste nicht, dass sie schwanger war. Obwohl sie bereits 3 Kinder hatte, hat sie es beim vierten Mal nicht gemerkt.Solche Geschichten habe ich schon öfter gehört und nie wahrhaben können. An diesem Tag hab ich gelernt, dass es das wirklich gibt. Melanie war selbst noch total geschockt darüber. Aber sie wirkte gleichzeitig völlig klar und zurechnungsfähig.
Die wunderschöne kleine Ina wurde dann von ihrer Mama ganz liebevoll erkundet und gekuschelt. Und diesen einzigartigen, besonderen Moment habe ich mit der Kamera festgehalten. Als ich ein paar Tage später bei Melanie und ihrer Familie vorbeifuhr, um die Bilder zu übergeben, kam ich in ein Haus voller Trauer. Melanie berichtete wie sehr der Tod der kleinen Ina auch ihre älteren Kinder mitnahm.
Ida
Am 8. Februar leuchtete mein Handy um kurz vor 8 Uhr morgens rot auf. Es sollte
mein 12. Einsatz als Sternenkind-Fotografin werden.
Auch, wenn der Anlass jedes Mal unfassbar traurig ist, freue ich mich auch irgendwie auf diese Einsätze. Ich freue mich, dass ich Bilder schaffen kann, die ein paar Menschen sehr sehr viel bedeuten. Ich bekomme jedes Mal bestätigt, dass diese Bilder, die wichtigsten sind, die ich machen kann. Gleichzeitig habe ich den
Eindruck, dass ich zumindest ein kleines bisschen helfen und überhaupt etwas in dieser ausweglosen Situation machen kann, die wohl die schlimmste ist, die
wir uns als Eltern vorstellen können. Ist das irgendwie nachvollziehbar?
An diesem Tag sollte ich Ida fotografieren. Sie ist in der 16. Schwangerschaftswoche still geboren. Ida hatte Trisomie 21 und schon als sie noch lebte, waren ihre Prognosen leider nicht gut. Ihre herzlichen Eltern haben mich dankbar und offen in Empfang genommen. Nicht immer sind Eltern dabei und ich persönlich finde das auch immer schöner. Ich weiß, für wen ich die Bilder mahe. Ich lerne einen Teil ihrer Geschichte kennen, der Geschichte des Sternenkindes, welches ich für die Ewigkeit festhalten darf. Ich kann außerdem ihre Bildwünsche mit einfließen lassen uns es entstehen automatisch mehr Bildmotive, wenn Eltern dabei sind.
Die kleine Ida hinterlässt auch eine große Schwester. Die 4-jährige Merle. Ich hoffe, dass auch Merle immer weiß, dass sie eine große Schwester ist und irgendwann mit Neugier und Freude die Bilder von Ida betrachten kann.
Sternchen
Ein ganz besonderes Sternenkind ist hier zu sehen. Es verstarb in der 10. Schwangerschaftswoche im Bauch seiner Mama, welche es dann geboren und „aufgefangen“ hat. Ich hatte vorher und auch seitdem nicht mehr so ein kleines Kind gesehen.
Neben der Traurigkeit,die dieser Anblick hervorruft, finde ich es auch total faszinieren und wunderschön.
Dieses Sternchen hat eine große Schwester und mittlerweile auch einen kleinen Bruder, ein sogenanntes Regenbogenbaby. Ich durfte die Familie im Sommer 2024 wiedersehen.
Lotte
Im März 2023 erhielten Anna und Marcel die freudige Botschaft, dass sie Nachwuchs erwarten. Ein Baby wächst in Anna’s Bauch heran und wird die beiden für immer als Familie miteinander verbinden. Ein ganz besonderer Moment im Leben von Eltern, an den sich die meisten wohl noch genau erinnern.
Doch fast genau 4 Monate später in der 21. Schwangerschaftswoche reiste ihre ungeborene Tochter, Lotte, zu den Sternen.
Ich kann mich noch gut an den Raum erinnern, in dem ich die 3 fotografiert habe, an die kleinen Details, die ich auf den Bildern festgehalten habe, aber ganz besonders präsent sind diese beiden jungen Menschen, die voller Stolz und Trauer zugleich ihre winzige, bezaubernde Tochter in den Händen hielten, kuschelten, bestaunten.
Ich darf Euch Lotte zeigen. Was mich total freut, denn es ist wieder ein Sternenkind mehr, was gesehen wird, wieder ein Sternenkind mehr, was anderen Sternenkindeltern zeigt, dass sie mit diesem Schicksal nicht allein sind, wieder ein Sternenkind mehr, worüber wir sprechen, weil wir es sehen, wieder ein Sternenkind mehr, was dazu beiträgt das Tabu zu brechen!
Titus
An diesem 10. März, ich war gerade aufgestanden und hab einen Blick auf mein Handy geworfen, war da ein Alarm. Ein Kind ist geboren. Ein kleiner Junge in der 19. Schwangerschaftswoche. Titus.
Also hab ich mich schnell fertig gemacht für meinen 39. Einsatz Dein Sternenkind und bin losgefahren. Im Krankenhaus angekommen wurde ich direkt zu den Eltern gebracht, Jana und Tobias. Ich hab mich vorgestellt und mit ihnen kurz über den Ablauf und die Möglichkeiten der Bildübergabe gesprochen. Dann brachte die Hebamme uns den kleinen, wunderschönen Titus.
Zuerst habe ich ihn alleine fotografiert, versucht dabei alle Details festzuhalten. Dann mit seinen lieben, trauernden Eltern. Um neben dem Schmerz all die Liebe festzuhalten, die sie für ihn haben. Um neben der Trauer auch ein Zeugnis des Stolzes über ihren Sohn zu bekommen. Um ihn später den Angehörigen, der großen Schwester zu zeigen, die ihn nie im Arm halten, nie mit ihm lachen, weinen oder ihm die Welt zeigen dürfen.
Ja, es tut unfassbar weh. Keiner wünscht sich dieses Schicksal. Und gleichzeitig gehören diese Themen zu unserem Leben und ich finde es sehr wichtig, dass wir drüber sprechen, dass unsere Kinder Fragen stellen dürfen und wir sie ehrlich beantworten.
Lina
Wenn Du ein 2. Mal loslassen musst – mein 45. Einsatz als Sternenkindfotografin.
Es war ein Mittwochabend im Sommer als gegen kurz vor 22 Uhr der Sternenkind-Alarm reinkam. Ich hatte gerade einen Auftrag feritg bearbeitet und wollte demnächst ins Bett gehen. Da es mein erster Urlaubstag sein sollte, konnte ich ohne größeres Umplanen die 60 km Fahrt, das Begleiten der Eltern und das Festhalten von Erinnerungen einrichten. Also hab ich mich angemeldet.
Als ich im Krankenhaus ankam und das Zimmer der Eltern betrat, traf ich nicht nur auf trauernde Eltern, sondern auch auf sichtlich mitgenommene Großeltern, die zunächst für die Fotos den Raum verließen. Während ich mich vorstellte, meine Tasche auspackte und mir einen Überblick über die Lichtverhältnisse und Möglichkeiten verschaffte, lernte ich die Familie ein bisschen kennen. Ich durfte an diesem Tag Lina fotografieren. Lina ist die 2. Tochter von Jule und Felix und leider in der 39. Schwangerschaftswoche im Bauch ihrer Mama gestorben. Das allein ist schon so unfassbar schlimm und tragisch. Doch leider war das nicht alles. Auch Lina ’s große Schwester hat den Sprung in die Welt nicht geschafft und ist im Jahr 2023 ebenfalls „zu ihrem Stern gereist“.
Warum passiert sowas? Und dann auch noch gleich 2x bei dem selben Elternpaar. Einem Elternpaar bestehend aus zwei gesunden, jungen Menschen, die sich lieben und sehnlichst eine Familie gründen wollen. Die für ihre Kinder sorgen, sie begleiten und ihnen die Welt zeigen wollen. Die erleben wollen, wie es ist, wenn so ein kleiner Mensch sie Mama und Papa nennt, zu ihnen aufschaut und von denen sie als Erwachsene nochmal einen ganz anderen Blick auf die Welt erhalten. Die von ihren Kindern mit großen Fragen gelöchert werden wollen und neben den ganzen wundervollen Momenten auch liebend gern alle anstrengenden, harten und schwierige Zeiten, die dazugehören, in Kauf nehmen würden. Warum passiert das solchen Menschen und dann gleich zwei Mal?
Diese Fragen haben mich hier nochmal mehr beschäftigt als sonst und generell hat mich der Einsatz besonders berührt. Auch, wenn ich schon 44 ähnliche Schicksale begleiten durfte, lassen sich solche Fragen wohl niemals beantworten. Niemals werden diese Einsätze zur Routine. Niemals kann ich danach sofort damit abschließen. Und niemals vergesse ich die Kinder und Eltern.
Nachdem ich ganz viele unterschiedliche Komplett- und Detailaufnahmen von Lina allein gemacht habe, habe ich die letzten Momente, die Lina in den Armen ihrer Eltern verbringen konnte, eingefangen. Später kamen dann noch die Großeltern dazu, die ebenfalls gerne Erinnerungen von sich mit ihrer 2. Enkeltochter wünschten.
Rayan Eliah
An diesem Tag jährte sich der Todestag des Gründers von Dein Sternenkind , Kai Gebel, zum ersten Mal als um kurz nach 20 Uhr ein Alarm auf meinem Handy ertönte.
Meine Kinder waren gerade ins Bett gegangen und ich auf Feierabend eingestellt. Wäre fast schon mit den Kids schlafen gegangen. Aber als sich bis 20:30 Uhr niemand anderes für diesen Einsatz meldete, übernahm ich schließlich.
Im Krankenhaus angekommen wurde ich vom Jamie, der Mama von Rayan Eliah, und ihrer Schwester, Jill, ganz herzlich empfangen. Es war eine andere Atmosphäre, als ich sie bisher kannte.
Jamie wirkte nicht zerbrochen, nicht in Tränen aufgelöst, wie vielleicht andere in dieser Situation reagieren würden. Stattdessen strahlte sie etwas aus, das ich nur schwer beschreiben kann – Akzeptanz, vielleicht sogar ein tiefes Verständnis für das, was passiert war. Es schien, als hätte sie Frieden mit dem Schicksal ihres kleinen Sohnes geschlossen.
Vielleicht hat ihr die Liebe ihrer anderen Kinder einfach unfassbar viel Kraft gegeben, dieses traurige Ereignis durchzustehen.
Jedenfalls war ihre Liebe zu diesem Kind, das sie gerade noch unter ihrem Herzen trug, ganz deutlich spürbar. Spürbar durch ihre Neugierde und ihre Zärtlichkeit dem kleinen Rayan Eliah gegenüber.
Rayan Eliah war in der 19. SSW aus ungeklärten Gründen im Bauch seiner Mama gestorben und wurde am 22. Januar 2024 geboren.
Matti
Der Alarm erschien am Morgen des 10. September auf meinem Handy. Ein Kind war geboren. Ein ganz kleines. Seine Mama war in der 16. Schwangerschaftswoche, als sie erfuhr, dass ihr Baby nicht mehr lebt.
Sie entschied sich gegen eine Ausschabung und brachte den kleinen Matti wenige Tage später auf natürliche Weise in ihrem Zuhause zur Welt.
Um ihn zu bewahren, legte sie ihn behutsam in ein Gefäß mit Wasser – in dem Wissen, dass diese Entscheidung half, wertvolle Erinnerungen zu ermöglichen. Denn sie wollte unbedingt Bilder von ihrem Kind, um seine Existenz sichtbar und spürbar zu machen.
Als ich ankam, war sofort ein tiefes Vertrauen zwischen uns. Die Mama nahm mich in den Arm, noch bevor ich die Kamera zur Hand nahm. Es war eine stille, berührende Begegnung voller Liebe und Stolz für ihr Kind.
Ich durfte Matti kennenlernen und in Bildern festhalten – kleine, große Erinnerungen an ein geliebtes Kind.
✨ Jeder dieser Einsätze zeigt mir, wie wichtig und wertvoll es ist, dass diese Kinder gesehen werden. Auch wenn sie nur kurz bei uns sein durften, hinterlassen sie Spuren voller Liebe. ✨
Ich danke den Eltern von Matti von Herzen für ihr Vertrauen und die Freigabe ihre Geschichte und die Bilder ihres Kindes zu teilen. Von Herzen wünsche ich den beiden ganz viel Kraft.
Sternenkinder-Fotoausstellung
Am 17. Mai 2025 haben meine Kolleg*innen, Carmen Gerlach, Mandy Pause, Chris Zintl und Anne Möller, und ich einen Teil der Arbeit der Sternenkindfotografie im Rahmen einer Ausstellung gezeigt.
Es kamen einige „unserer“ betroffenen Eltern, aber auch viele Menschen, die allgemein an dem Thema interessiert sind. Traurig schön war´s.
Ein riesiges Dankeschön an alle, die diesem Thema ihre Aufmerksamkeit schenken und dazu beitragen, dass wir uns als Gesellschaft dem Öffnen, um besser für Betroffene da sein zu können und diese Kinder nie zu vergessen.

Allen Sternenkind-Eltern wünsche ich…
…ganz viel Kraft für diesen unendlich traurigen Verlust, Hoffnung, dass sie ganz bald wieder Schönes erleben dürfen, dass sie ihr Kind nie vergessen und wissen, dass sie immer Eltern sein werden und ganz wichtig verständnisvolle Angehörige, die die Trauer zulassen, ihnen zuhören, sie in den Arm nehmen
Sternenkindfotografie
Du oder eine angehörige Person ist betroffen?
info@dein-sternenkind.eu











































































