Bild eines Neugeborenen unmittelbar nach der Geburt

GEBURTSFOTOGRAFIE LUANA

Geburt in einer Hebammenpraxis

Mein erstes Mal

Vorbereitung ist ALLES

Seit dem 24.4.2023 war ich in Bereitschaft für meine erste Geburtsbegleitung. Das bedeutete für mich u.a. dass ich nachts mein Handy angeschaltet lasse und mit ins Schlafzimmer nehme, dass ich keine entfernten Ausflüge plane und mein Kameraequipment immer einsatzbereit und vollständig gepackt ist – der Alltag einer Geburtsfotografin. Ich habe vor jedem Termin, jeder Unternehmung vorher überlegt „Wie schnell könnte ich bei der Geburt sein, wenn es dann losgeht?“

Als sich bis 11.5. nichts tat (15.5. war der errechnete Entbindungstermin), bin ich am 12.5. für einen Tag nach Hamburg zu einer Schulung gefahren – das war schon sehr aufregend… Zum Glück kamen die ersten Wehen erst Sonntagabend. Wollte gerade ins Bett und da schrieb mir Katja, dass sie jetzt zur Hebamme gehen und sie sich dann nochmal meldet. Natürlich konnte ich nicht schlafen. Es war kurz nach Mitternacht, da kam die Entwarnung. Gleichzeitig könnte es jederzeit wieder losgehen. Die Tage vergingen, nichts passierte. Dieses Warten war neu für mich, gehört bei der Geburtsfotografie aber absolut dazu. Meine eigenen Kinder sind einige Wochen vor dem errechneten ET gekommen.

Es geht los!

Dann endlich: in der Nacht vom 18. auf den 19. klingelte um 1:16 Uhr mein Handy. Es ist soweit. Die Geburt geht los. Mein erster Einsatz als Geburtsfotografin stand unmittelbar bevor. Sofort war ich hellwach. Angezogen, Kameratasche gegriffen und ab aufs Fahrrad. In völliger Dunkelheit fuhr ich durchs Feld zur Praxis der Hebamme, Birgit Kittel. Um kurz vor halb 2 war ich da und hab dieses Bild aufgenommen. Katja hatte da schon sehr starke Wehen und hielt sich an Marco fest.

Nach ca. 15 Minuten begab sich die werdenden Mama auf das Bett und veratmete weiter die Wehen, jetzt im Vierfüßlerstand. Die Wehen schienen nun heftiger zu werden, denn allmählich wurden ihre Schmerzen hörbar. Sie fragte die Hebamme, ob sie schon pressen dürfe, welche ihr auf eine ganz wundervolle und selbstverständliche Art verdeutlicht hat, dass sie selbst am besten weiß, was zu tun ist und dem Drang nach Pressen auf jeden Fall nachkommen darf. Diese Situation war total rührend für mich und ganz anders als meine Erfahrungen mit 2 Geburten im Krankenhaus (wobei ich Geburt im Krankenhaus auf keinen Fall schlecht-reden möchte!!). Währenddessen stand der werdende Papa, Marco, immer an der Seite seiner Liebsten, versorgte sie mit Wasser und Streicheleinheiten.

Und dann ging alles ganz schnell. Die Fruchtblase sprang und das letzte Höschen wurde ausgezogen. Da kam auch schon das Köpfchen und um Punkt 2 Uhr nachts war die kleine, wunderschöne Luana geboren. Sie schien etwas überrumpelt von der schnellen Geburt, wurde von der Hebamme kurz abgetrocknet und ihrer überglücklichen Mama in die Arme gelegt. Während die drei sich kennenlernten, fing Luana zwischendurch immer mal wieder bitterlich an zu weinen bis ihr Papa (auf Portugiesisch) zu ihr sprach. Er redete ganz ruhig und leise und: es half! Luana entspannte sich und fing schließlich an ihre ersten Schlücke an Mamas Brust zu trinken.

Nicht nur Luana ist in dieser Nacht geboren

Diese erste Erfahrung mit der Geburtsfotografie war für mich sehr emotional und wunderschön. Es fühlte sich ein bisschen so an, als wäre ich Teil dieser Familie. Weil ich dabei sein durfte, weil ich mit als erste die kleine Luana kennenlernen und streicheln konnte. Weil Katja und Marco mir unfassbar viel Vertrauen geschenkt haben. Und in dieser Nacht ist noch etwas geboren: die Geburtsfotografin in mir! Denn nach dieser Erfahrung mit allem drum und dran hoffe ich, dass das die erste von noch ganz vielen weiteren Geburtsreportagen sein wird.

Die Hebamme

Einige Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin von Luana habe ich Birgit Kittel, die Hebamme von Katja, in ihrer Hebammenpraxis besucht, um sie vorab persönlich kennenzulernen und auch die Räumlichkeiten vorab gesehen zu haben. Birgit hat mir ein bisschen von ihr persönlich und von ihrer Arbeit als Hebamme erzählt. Ihre Einstellung zum Thema Geburt und ihre Vorgehensweise fand ich direkt richtig toll!

Als ich dann in der Nacht vom 18. auf den 19. in ihre Praxis kam, wirbelte sie umher, bereitete alles für die Geburt vor und ließ Katja und Marco ihr Ding machen. Bei Fragen war sie direkt präsent und hat immer mal nach Katja geschaut sowie die Herztöne der kleinen überprüft.

Da nach der Geburt die Deckenbeleuchtung ausgeschaltet wurde, damit es für die erste Kuschel- & Kennenlernzeit gemütlicher ist, zog sich Birgit eine Strinlampe an. Bei dem zweiten steht die Geburt der Plazenta unmittelbar bevor. Das dritte Bild zeigt Birgit, wie sie die Plazenta auf Vollständigkeit untersucht. Es war sehr interessant wie gründlich sie das gemacht hat und dass es so viel Zeit in Anspruch genommen hat. Auf dem letzten Bild schreibt Birgit dann den Geburtsbericht.

Zwischendurch hat sie noch die erste Untersuchung bei Luana durchgeführt. Sie hat sie gewogen sowie Körperlänge und Kopfumfang gemessen. Vor allem die Atmung, Reflexe und der Puls wurden kontrolliert.

Als Birgit fertig war mit aufräumen, hat sie die drei allein gelassen. Sie konnten dann gehen, sobald sie soweit waren und einfach die Tür hinter sich zu ziehen. Ich hatte mich um kurz vor 3 Uhr wieder auf mein Fahrrad geschwungen und bin nach über 4 Wochen mal wieder ohne Handy schlafen gegangen.

Meine erste Geburtsreportage war eine wunderschöne Erfahrung für mich, die mich immer begleiten wird und ich hoffe auf noch einige mehr davon.

Du kannst Dir vorstellen, dass ich Euch auf Eurer Geburtsreise ebenfalls begleite?

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