
GEBURTSFOTOGRAFIE KYANO
Geburt im Geburtshaus
Das beste Datum des Jahres
Wenn Wünsche in Erfüllung gehen
Der Anruf kam um 3:20 Uhr am 24.04.2024. Wir hatten eigentlich noch gar nicht mit dem Baby gerechnet, denn der errechnete Entbindungstermin war der 03.05.2024 und der große Bruder kam immerhin 10 Tage nach Termin. Im Rahmen der Geburtsfotografie war ich zu Glück schon in Bereitschaft.
Allerdings war es das Wunschdatum von Alina. Das hatte sie mir bereits während unserer Babybauch-Fotosession erzählt. Jedoch hatte sie nicht ernsthaft erwartet, dass ihr 2. Kind ihr diesen Wunsch erfüllen würde und sich tatsächlich so viel früher als das Erste auf den Weg macht.
Meine 3. Begleitung im Geburtshaus
Wie immer, wenn ich in Bereitschaft bin, sind jederzeit meine Kameraakkus geladen, die Speicherkarten formatiert und Kameratasche gepackt. Sodass ich mich nur fix anziehen, die Tasche schnappen musste, um loszufahren. Ca. 20 Minuten nach Alina‘s Anruf stand ich auf dem Parkplatz des Geburtshaus Marburg und hab auf Alina & Jimmy gewartet.
Im Geburtshaus angekommen wurden wir von der Hebamme, Birgit, ganz herzlich empfangen. Die Atmosphäre war total vertraut, warm und ein bisschen wie Zuhause. Der Geburtsraum war ausgestattet mit einem Wickeltisch, einem Bett, einer Toilette in einer Nische im hinteren Bereich des Raumes und einer Badewanne. Und da wollte Alina auch kurz nach unserer Ankunft hinein.
In der Badewanne wurden die Wehen immer stärker. Bis hier hin waren sie Alina kaum anzumerken, so stark und tapfer hat sie eine nach der anderen geräuschlos ausgehalten.
Berührungen sind nicht erwünscht
Als nun Alina‘s Schmerzen auch für alle anderen im Raum wahrnehmbar wurden und ihre Hebamme, Birgit, ihr durch sanfte Berührungen zur Seite stehen wollte, macht Alina schnell klar, dass Angefasst-werden das Letzte ist, was sie jetzt gebrauchen kann. Und ich hatte mich bis dahin schon gewundert, dass Jimmy, Alina‘s Partner, einen respektvollen Abstand zu ihr gehalten hatte. Er wusste einfach, dass seine Liebste in dieser Situation nicht berührt werden wollte.
Eine kurze Untersuchung der Muttermundöffnung musste allerdings dennoch sein, um zu prüfen, wie weit die Geburt fortgeschritten war und die 2. Hebamme, Andrea, rechtzeitig zur Geburt dazu holen zu können. Und die Untersuchung ergab, dass Birgit ihrer Kollegin Bescheid geben sollte, denn das Kind würde nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Kurz nachdem die 2. Hebamme eintraf, entschied sich Alina die Badewanne zu verlassen. Es wurde also die nächste Wehenpause abgewartet, um mit Unterstützung der beiden Hebammen behutsam aus der Wanne zu steigen.
Plötzlich schaut jemand heraus
Alina begab sich nun in den Vierfüßlerstand auf eine weiche Matte, die auf den Boden ausgelegt wurde, als sich Alina noch in der Badewanne fürs Aussteigen entschied. Ein paar wenige Wehen später kam auch schon der Kopf von Kyano heraus und in dieser Position verharrte er bis zur nächsten Wehe, durch die dann auch der Rest seines kleinen Körpers den Geburtskanal verließ – ein ganz besonderer Moment in der Geburtsfotografie.
Diese Minuten, die Kyano nur mit seinem Kopf aus seiner Mama herausschaute, waren unfassbar besonders. Er wirkte total friedlich und geduldig. Auch nachdem er komplett geboren war, war Kyano erstmal sehr ruhig und vertrauensvoll abwartend – kein erschrockener Aufschrei oder Ähnliches. Wie als würde er sich direkt sicher und geborgen fühlen, da wo er jetzt angekommen war: in den liebevollen Armen seiner überglücklichen Eltern.
Jetzt erstmal kuscheln
Und während es draußen zu dämmern begann um halb 6 an diesem Aprilmorgen, nahm Alina ihren Sohn zum ersten Mal auf den Arm und legte sich mit ihm ins Bett. Sie wurden zugedeckt und Jimmy gesellte sich neben seine beiden Lieben. In diesem Moment verließen die beiden Hebammen, Birgit und Andrea, erstmal den Geburtsraum, damit die 3 ein bisschen Zeit für sich genießen können – auch solche Momente werden noch ein Weilchen in der Geburtsfotografie begleitet.
Es war so schön zu beobachten, wie entschleunigt das Ganze ablief. Das Baby war da. Es schien sich wohl zu fühlen. Also darf es erstmal zu Mama und Papa. Bevor die Plazenta geboren wird und die allererste Untersuchung stattfindet.Diese ruhige und willkommene Atmosphäre im Geburtshaus Marburg hat mich beeindruckt. So schön, dass Alina, Jimmy und Kyano hier als Familie ankommen, kuscheln und sich in Ruhe kennenlernen durften.
Geburt der Plazenta und U1
Nach ungefähr einer halben Stunde folgte dann noch die Geburt der Plazenta, das Durchtrennen der Nabelschnur sowie die Plazenta-Untersuchung. Auch hier wurde sich Zeit genommen und das Organ gründlich auf Vollständigkeit untersucht. Und als Kyano ein knappes Stündchen alt war, war es Zeit für seine erste Untersuchung. Nach kurzer Empörung darüber machte er vorbildlich mit und ließ sich wiegen, messen und seine lebenswichtigen Funktionen überprüfen.
Anschließend gab es Milch von Mama und ich machte mich auf den Heimweg, wo ich noch mit meiner Familie frühstücken konnte, bevor alle das Haus verließen.
Zuhause: erstmal Bilder sichten
Hier hab ich mich dann direkt an die Sichtung der Bilder dran gesetzt und der Familie 5 erste Bilder zum Teilen der frohen Botschaft fertig gemacht. Das war ca. 3,5 Stunden nach der Geburt und 1,5 Std. nachdem ich das Geburtshaus Marburg verlassen hatte.
Dankeschön!
Ein riesiges Dankeschön an die Familie von Alina & Jimmy, für ihr Vertrauen und die Freigabe, dass ich diesen Bericht samt Bildern teilen darf. Damit die Möglichkeit der Geburtsfotografie noch bekannter wird und um ein realistisches Bild von Geburten zu prägen. Und ein genauso großes Danke an Birgit und Andrea vom Geburtshaus Marburg, dass ich sie bei ihrer Arbeit begleiten und fotografieren durfte, dass ich so herzlich aufgenommen wurde und ich die Erfahrung einer entschleunigten, selbstbestimmten Geburt im Geburtshaus zumindest als Außenstehende erleben durfte. Ich hoffe, es folgen noch viele weitere!
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